ODiUM trifft auf DoomII .. was sonst?
Oft schmunzeln Leute, wenn sie Doom2 sehen. Nicht selten lassen sie ihre 'moderne' Haltung gegenüber Spielen durch Bemerkungen wie
"Augenkrebs", "Pixeljunkie" oder dergleichen durchblicken. Dabei wirkt deren fast schon idealistisches Streben nach fotorealistischer Grafik
ebenso aufgesetzt wie unerfüllbar, manchmal sogar visionär, in jedem Falle jedoch unbegründet.
Ein gesamtgesellschaftliches Problem.
Die Altersspanne der mich umgebenden Menschen liegt zwischen 20 und 30 Jahren. Je jünger sie sind, umso eher sind bedenkliche Tendenzen
erkennbar. Rund 90 prozent aller Bekannten, denen ich eine Doom2 online Portierung zeigte, reagierten mit Ablehnung. Exakt der gleiche
Prozentsatz sah sich außerstande, mir die nahezu instinktive Ablehnung zu erklären. Stattdessen verwies man mich auf die altertümliche
Grafik, sie sei viel zu verpixelt, es fehle ihr an Detailreichtum.
Offenbar interessierte weder die reale Geschichte hinter dem 'physischen' Spiel, noch die fiktive hinter dem virtuellen. Wichtiger als
jedweder Inhalt scheint die oberflächliche Darstellung zu sein. Ich nehme an, dieses Phänomen ließe sich an jedem beliebigen Ort mit einer
beliebig jungen Altersgruppe reproduzieren.
Ja, und?
Nimmt man dieses Verhalten bei einer größeren Gruppe für weniger als 90, jedoch mehr als 10 prozent aller Personen zwischen 20 und 30 Jahren
an, so bleibt lediglich die Hoffnung auf Besserung. Denn was sich hier hinsichtlich eines 16 Jahre alten Spiels aufzeigt, könnte zu einem
allgemeinen, zukünftigen Problem der Oberflächlichkeit mutieren. Wer heute schon ausschließlich die Oberfläche als Impulsgeber sieht,
wird ohne Gedankenwandel bald endlos Konditioniert und gesellschaftlich desorientiert, ohne eigenen Willen auf unserem Planeten wandeln.
Eine Kampfansage.
Nein, so bin ich nicht, so möchte ich auch nicht sein und so werde ich nie sein. Obwohl Doom2 ein Ego-Shooter Großvater ist, steckt in der
Hingabe, welche während der Entwicklung eingeflossen sein muss, heute noch mehr Energie als in fast jedem modernen Shooter, der in 18
Monaten durch ein 60-köpfiges Entwicklerteam gejagt wurde; oder anders: heutigen Spielen fehlt oftmals der Funke, der das Spiel beseelt,
wohingegen dieser Funke vor 20 jahren die antreibende Kraft für die Entwicklung eines Spiels war. Das merkt man auch und darum:
kampf den gedankenlosen Verächtern!


